Erdbienen vertreiben

Wenn man im Frühjahr oder Sommer im heimischen Garten eine Vielzahl Bienen entdeckt, bekommen es viele Menschen mit der Angst zu tun. Schließlich haben Bienen den Ruf, stechen zu können, was insbesondere für kleine Kinder oder Allergiker gefährlich werden kann. Handelt es sich bei diesen Bienen jedoch um Erdbienen, ist die Sorge unberechtigt.

Erdbienen vertreiben


Erdbienen Bekämpfung: Erst richtig bestimmen

Erdbienen – auch als Sandbienen oder Solitärbienen bekannt – sind eine besonders artenreiche Gattung innerhalb der Familie der Bienen. In Deutschland gibt es bis zu 1000 verschiedene Arten von Erdbienen. Dennoch sind diese Bienen im Vergleich zu anderen Bienenarten eher selten, nisten sich jedoch durchaus ab und an in Gärten ein. Wie man Erdbienen vertreiben kann, wird im Folgenden ausführlich erklärt.

Bevor man mit Erdbienen vertreiben beginnt, ist es wichtig die richtige Art der Biene zu bestimmen. Meist wird eine Einnistung von Sandbienen erst dann bemerkt, wenn plötzlich etliche Bienen in Bodennähe herumschwirren.

  • Hier stellt sich zunächst die Frage, um welche Bienenart es sich handelt, bzw. ob es sich überhaupt tatsächlich um Bienen handelt, da beispielsweise Schwebfliegen oder Glasflügler diesen optisch sehr ähnlich sind.
  • Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass Sandbienen im Gegensatz zur Honigbiene nicht in Schwärmen leben. Dementsprechend werden sie nur vereinzelt gesichtet. Dieses Wissen kann bereits beruhigend wirken, da einzelne Bienen deutlich weniger bedrohlich erscheinen, als ein großer Bienenschwarm.
  • Erdbienen sind circa 7 – 15 mm groß und am ganzen Körper behaart. Je nach Art der Sandbiene schwankt dieser feine flaumige Pelz in seiner Färbung von weiß, gelb oder rötlich bis hin zur braun oder gar schwarz.

Neben der optischen Kennzeichen und dem eher vereinzelten Auftreten gibt insbesondere das Flugverhalten dieser Insekten Aufschluss darüber, ob es sich um Erdbienen oder eine andere, eventuell gefährlichere Bienenart handelt.

Typischerweise fliegen Erdbienen stets in Bodennähe, woraus sich auch ihr Name ableitet. Gesichtet werden sie meist, sobald die Temperaturen so hoch sind, dass sich auch die Bodentemperatur langsam erhöht. Sobald der Boden erwärmt ist, schlüpfen die Erdbienen und verlassen ihre Bodennester.

Die Erdbienen unterscheiden sich stark von Wespen. Wespen sind meist haarlos und gelber als Bienen. Zudem stechen Wespen, was Erdbienen nicht tun. Wenn Wespen im Haus sind, sollte schnellstmöglich ein Insektenspray oder eine Wespenfalle verwendet werden.

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Erdbienen – Arten

Um Erdbienen vertreiben zu können, muss erstmal festgestellt werden, um welche Art es sich handelt. Erdbienen treten in einer Vielzahl von Arten auf, in Deutschland gibt es um die 100 heimischen Arten. Auch wenn dies im ersten Moment nach einer großen Menge klingt, sind Erdbienen dennoch eher selten. Aus diesem Grund stehen sie – wie alle anderen Bienenarten – unter Naturschutz.

  • Zu den am häufigsten auftretenden Arten gehören die gewöhnliche Sandbiene und die zweifarbige Sandbiene.
  • Auch die dunkle Lockensandbiene findet sich verhältnismäßig häufig.
  • Die am meisten vertretene Art der Erdbienen in unseren Gebieten ist jedoch die Weiße Bindensandbiene, welche auch in Österreich und der Schweiz recht weit verbreitet ist.
  • Die Bindensandbiene ist weiß bis gelb und tritt vor allem im Frühjahr auf.

Stechen Erdbienen?

Erdbienen gelten zurecht als ungefährlich. Im Gegensatz zu Honigbienen sind sie eher Einzelgänger. Es kommt also nicht zur Gründung von Staaten. Nur weibliche Erdbienen besitzen einen Stachel und dieser ist so weich, dass er nicht in die menschliche Haut eindringen kann.

Zudem gilt diese Bienenart als harmlos, da sie selbst bei näherem Kontakt zum Menschen keine Aggressionen aufweisen, anders als etwa die Honigbiene, welche bei Bedrohung durchaus stechen kann. Ein Stich einer Erdbiene kommt somit nie vor. Auch Allergiker sind nicht gefährdet, selbst wenn naher Kontakt zu den Tieren besteht.


Sind Erdbienen geschützt?

Erdbienen stehen wie alle Bienenarten unter Naturschutz. Infolge des stärker werdenden Insektensterbens ist diese Tatsache mittlerweile recht gut bekannt, jedoch hält sich oft das Vorurteil, dass nur Honigbienen aufgrund ihres Nutzens für den Menschen unter Naturschutz stehen.

Tatsächlich gilt dies jedoch für alle Bienenarten, da sie neben der Honigproduktion durch Bestäubung einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung der Pflanzenvielfalt beitragen. Auch im eigenen Garten leisten Sandbienen somit einen wertvollen Beitrag, da sie auf natürliche Art und Weise dafür sorgen, dass verschiedenste Pflanzen bestäubt werden.

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Erdbienen vertreiben oder einfangen

Auch wenn die Sandbienen keine Bedrohung darstellen, sind viele Gartenbesitzer besorgt, wenn im Frühjahr eine Vielzahl von Bienen im Garten gesichtet wird. Der Wunsch, Erdbienen aus Sorge vor Stichen zu vertreiben oder gar einfangen zu wollen, ist zwar verständlich, jedoch nicht ratsam.

Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet es, Sandbienen zu fangen oder auf sonstige Art zu beschädigen. Auch vermeintlich gut gemeinte Tipps wie das Fluten der Bodennester mit Wasser sollten somit nicht befolgt werden. Wer Erdbienen loswerden will, braucht einen Profi.

Stattdessen sollte man sich bewusst machen, dass von diesen Insekten keine Gefahr ausgeht und sie eher als Nützlinge anzusehen sind, welche die Blütenpracht des eigenen Gartens sogar verstärken können. Zudem gelten Erdbienen als äußerst scheu, sodass meist kein allzu naher Kontakt zu diesen Tieren zustande kommt, selbst wenn man sich regelmäßig im Garten aufhält.

Solange die Tiere dort angesiedelt sind, ist es jedoch ratsam, beim Gang in den Garten Schuhe zu tragen. Zwar ist es nahezu ausgeschlossen, dass eine Sandbiene zusticht, bei versehentlichem ungünstigem Tritt auf eine Biene, kann es jedoch durchaus vorkommen, dass sich der Stachel in die Fußsohle bohrt.

Gerade da Erdbienen sich unterhalb der Erde ansiedeln und die Nestausgänge nicht immer deutlich sichtbar sind, besteht dieses Risiko durchaus. Beachtet man diese Schutzmaßnahme, ist das Risiko eines Stiches jedoch nahezu null.

Jedoch sind Wespen gefährlich für den Mensch. Um Wespen bekämpfen zu können, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Auch gibt es Wespennester im Boden, welche man mit Erdbienen Nestern schnell verwechseln kann.

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Erdbiene am Boden


Darf man Erdbienen umsiedeln?

Wirklich nötig – im Sinne einer Gefahrenabwendung für den Menschen – ist eine Umsiedlung der Erdbienen nie. Eine Umsiedelung erfolgt im Normalfall nur zum Schutz der Sandbienen selbst, etwa wenn diese sich an Orten einnisten, welche auf Dauer nicht bestehen bleiben. Beispiele hierfür sind etwa Mauerspalten in Häusern, welche neu verputzt werden oder Erdlöcher unter Wegen, welche betoniert werden sollen.

Grundsätzlich gilt, dass eine Umsiedlung der Erdbienen in solchen Fällen zwar möglich, aber schwierig zu bewerkstelligen ist. Dies liegt darin begründet, dass sich insbesondere bei Einnistung unter der Erdoberfläche dort meist mehrere einzelne Nester befinden und eine komplette Umsiedelung aller Nester und aller Tiere meist nicht möglich ist. Eine Umsiedelung geht somit immer zulasten der Tiere, was aus Gründen des Naturschutzes vermieden werden soll.

Muss jedoch eine Umsiedelung erfolgen, darf diese nur durch einen Fachmann geschehen, zudem muss vorab ein Antrag gestellt werden. Ohne diese Genehmigung ist eine eigenmächtige Umsiedelung strafbar, jedoch wird kein Fachmann den Auftrag einer Umsiedelung annehmen, ohne dass diese Genehmigung erfolgte.

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Kann man Erdbienen kaufen?

Aufgrund ihres positiven Beitrages für die Umwelt und die Pflanzenvielfalt, gibt es durchaus einige Gründe, welche dafür sprechen, gezielt Erdbienen zu kaufen und im eigenen Garten anzusiedeln. Dies ist auch problemlos möglich und sogar ratsam. Eine Erfahrung als Imker oder ähnliche Voraussetzungen sind hierbei nicht notwendig.

Möchte man Erdbienen kaufen, gilt es jedoch einige Dinge zu beachten, um eine erfolgreiche Einnistung zu garantieren:

Radius: Sandbienen fliegen meist nur in einem Radius von maximal 400 m für die Nahrungssuche. Aus diesem Grund sollten innerhalb dieses Radius entsprechende Nistplätze und Futtermöglichkeiten vorhanden sein.

Ernährung: Erdbienen ernähren sich ausschließlich von heimischen Blütenpflanzen, sodass diese in ausreichender Menge im Umkreis vorhanden sein sollten, ein reiner Rasengarten ist somit nicht geeignet.

Nistplatz: Vor Besiedelung sollte man einen mit Sand gefüllten Kübel bereitstellen, finden die Sandbienen kein geeignetes Nest, werden sie im Garten nicht heimisch werden.


Haben Erdbienen Feinde?

Erdbienen besitzen im Prinzip keinerlei natürlichen Feinde, anders als die Honigbiene. Während die Honigbiene oberirdische Nester ausbildet und durch die Honigproduktion ein lohnendes Angriffsziel darstellt, sind Erdbienen bereits aufgrund ihrer Nistweise sehr geschützt.

Wenigen Tieren ist es überhaupt möglich, in eines der unterirdischen Nester einzudringen. Zudem bilden Erdbienen schlicht kein lohnenswertes Ziel, sie produzieren keinen Honig und stehen auch selbst nicht auf dem Speiseplan anderer Tiere.

Tatsächlich gilt der Mensch aufgrund der Verwendung von Pestiziden und der Eindämmung des natürlichen Lebensraumes als größter Feind der Sandbienen. Wer Sandbienen in seinem Garten entdeckt und diese nicht bekämpft, tut somit nicht nur den Bienen etwas Gutes, sondern wird auch mit einer reichen Bestäubung von Blumen oder Gemüse belohnt. Zudem beschränkt sich die Flugphase der Wespen meist auf wenige Wochen, sodass der eigene Garten rasch wieder frei von Bienen sein wird.