Marmorierte Baumwanze bekämpfen

Die marmorierte Baumwanze oder auch Halyomorpha Halys ist ein unwillkommener Gast im Garten und auf dem Feld. Die Wanzen haben es in den letzten Jahren geschafft, sich in Deutschland ziemlich weit zu verbreiten. Aufgrund ihrer Saugtätigkeit zerstören sie die Früchte von den verschiedensten Pflanzen, am häufigsten sind allerdings Obstfrüchte betroffen. Dies sorgt für zunehmenden Unmut bei den Betroffenen, da es zu großen Ernteausfällen kommen kann. Zusätzlich suchen sich die Wanzen kurz vor Wintereinbruch ein angenehmes Winterquartier und halten deswegen ebenfalls Einzug in deutsche Wohnungen. Ist man selbst betroffen, gibt es einige Möglichkeiten die Baumwanze wieder zu vertreiben.

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Bild der Halyomorpha Halys


Wissenswertes über Baumwanzen (Halyomorpha Halys)

Die Baumwanzen (Pentatomidae) gehören zur Familie der Wanzen (Heteroptera). Diese Familie beinhaltet weltweit mehr als 6.000 Arten und gehört somit zu den größten Familien dieser Insektengruppe. Tritt eine Plage auf, sollte man die Baumwanzen bekämpfen.

  • Von dieser großen Menge sind in Europa allerdings nur 187 Arten vertreten, in Mitteleuropa sind es lediglich 70.
  • Zu erkennen sind die Baumwanzen an ihrem groben Körperbau.
  • Dieser ist von oben betrachtet meist schildförmig.
  • Das herausstechendste Merkmal ist das über dem Hinterleib befindliche vergrößerte Schildchen.

Da die Artenvielfalt sehr groß ist, gibt es sehr bunte Exemplare, andere sind je nach Jahreszeit verschieden gefärbt. Die Baumwanzen besitzen sehr gut ausgeprägte Flügel und können mit diesen auch gut fliegen.

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Stinkwanzen

Eine Funktion dieser Insekten, die dem Menschen häufig auffallen, sind ihre Stinkdrüsen. Mit ihnen kann die Wanze übel riechende Substanzen absondern, um Beutetiere oder Angreifer abzuwehren. Die Ernährung der meisten Arten besteht aus Pflanzensäften, die sie aus Früchten aussaugen.

Die Fortpflanzung funktioniert über Eier, die das Weibchen in kleinen Gruppen den Futterpflanzen ablegen. Die geschlüpften Larven leben in einer Gemeinschaft und entwickeln sich nach und nach im Laufe von fünf Larvenstadien.

Im Vergleich zu Schmetterlingen oder Käfern gehören die Wanzen zu den Sechsbeinern mit unvollständiger Verwandlung. Dies bedeutet, dass sie in keiner Phase in ein Puppenstadium eintreten. Die meisten Wanzen überwintern in Europa im Erwachsenenstadium.


Asiatische Baumwanze

Die marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys), die umgangssprachlich auch Stinkkäfer oder BMSB (Abkürzung des englischen Namens brown marmorated stink bug) genannt wird, gehört zur Familie der Baumwanzen.

Ihr natürlicher Verbreitungsraum liegt im gemäßigten Ostasien. Diese Art ist ein Schädling für die Landwirtschaft und wurde erst nach Nordamerika und danach nach Europa eingeschleppt. Sie ist bereits in Österreich, Italien, Ungarn, Griechenland, Frankreich, Deutschland und der Schweiz nachgewiesen.

Der Stinkkäfer ist mit einer Größe von 12 bis 17 Millimeter eine ziemlich große Wanzenart und besitzt den charakteristischen plumpen Körperbau. Das Insekt ist ockerfarben und bedeckt mit vielen schwarzen Punkten, die sehr eng beieinander liegen.

Das Schildchen dieser Art fällt durch eine Folge von drei bis fünf orangegelben Schwielen auf. Dieses Merkmal gilt als das effektivste, um sie von anderen Arten unterscheiden zu können.

Schädlich wird die marmorierte Baumwanze besonders durch das Aussaugen von Früchten, darunter Apfel, Haselnuss, Birnen, Pfirsich und die Weinrebe, aber auch Tomate, Paprika, Aubergine, Mais und Sojabohne.

Durch das Aussaugen deformieren sich die Früchte und verfärben sich. Zusätzlich können von den Wanzen auch Schimmelpilze übertragen werden, was zu einem Ernteausfall von bis zu 50 Prozent führen kann. Nach Berichten des italienischen Landwirtschaftsforschungsinstituts CREA wurden im Jahre 2016, 40 Prozent der in Italien angebauten Kiwi- und Birnenernten durch die marmorierte Baumwanze zerstört.

Trotz der vielen natürlichen Feinde, die die Wanze in den neuen Verbreitungsgebieten hat, reicht dies zur Kontrolle nicht aus. Momentan wird aus diesem Grund erforscht, ob in Europa eine heimische Schlupfwespenart zur Eindämmung verwendet werden kann.


Heimische Wanzen

In Deutschland leben um die 1.000 Wanzenarten. Die Tendenz ist allerdings steigend, da der Klimawandel neue Arten, wie die mediterrane Randwanze, in unsere Regionen treibt. Auch andere Arten, wie die vorher nur in Süddeutschland beheimatete schwarz-rote Streifenwanze, sind jetzt im Sommer nahezu in ganz Deutschland zu finden.

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Marmorierte Baumwanze (Stinkwanze) loswerden

  • Weitere Arten werden beispielsweise mit Gemüse nach Deutschland transportiert und so bei uns zu Lande sesshaft, wie die Grüne Reiswanze.
  • In städtischen Alleen findet sich auch eine neu eingetroffene Wanzenart, die Platanen-Gitterwanze.
  • Diese neuen Arten werden nun auch in Deutschland heimisch und suchen sich am Anfang der Winterzeit ein Quartier, welches genug Licht und Wärme bietet – unsere Wohnungen.

Die Bekämpfung kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Der Handel bietet hierzu unterschiedliche Hilfsmittel an. Auch können Methoden zur Vorbeugung herangezogen werden.



Marmorierte Baumwanze bekämpfen

Baumwanzen treten meistens als Schädling in der Landwirtschaft auf. Zur Bekämpfung dieses Übels werden internationale Untersuchungen mit Pflanzenschutzmitteln, unterschiedlichen Sorten von Fallen und auch mechanischen Barrieren durchgeführt.

Diese führten bis zu diesem Zeitpunkt noch zu keinen flächendeckenden Bekämpfungserfolgen. Für die meisten Menschen führen die Wanzen aber sowieso erst zu einem großen Ungemach, wenn sie in ihr Zuhause eindringen.

Was als eine der ersten Methoden zur Bekämpfung von Baumwanzen anzusehen ist, ist im eigentlichen Sinn keine Bekämpfung. Es handelt sich um prophylaktische Mittel, damit die Wanze an erster Stelle nicht ins Haus gelangt. Dazu gehören:

Türen und Fenster versiegeln: Mit Dichtungsmasse alle Löcher und Öffnungen in Fenstern und Türen verschließen.

Schützende Schirme über Lüftungen: Maschendraht verwenden, um Belüftungsanlagen oder sonstige Verbindungen der Außenseite mit der Innenseite des Hauses abzudichten.

Löcher schließen: Löcher, die einen Durchmesser von 2,5 cm überschreiten, sollten geschlossen werden. Dazu kann Leim oder Sekundenkleber verwendet werden.

Mit einem Tuch über die Scheiben wischen: Mit einem Tuch mit starkem Geruch über Fenster und Türen wischen. Die Wanzen werden durch den starken Geruch abgehalten ins Haus zu kommen.

Fliegenband auf Eingänge legen: Klebriges Fliegenband auf Hauseingänge wie Fensterbänke, Türschwellen oder andere Öffnungen platzieren. Falls kein Fliegenband zur Verfügung steht, kann auch beidseitiges Klebeband verwendet werden. Diese Methode lässt die Wanzen allerdings ihren schlechten Geruch absondern, da sie für längere Zeit gefangen sind, bevor sie sterben.

Diese Methoden sollten es effektiv verhindern, dass die Wanzen ins Haus gelangen. Falls sie es trotzdem schaffen sollten oder sich vorher bereits im Haus befunden haben gibt es auch noch einige Möglichkeiten zur physischen Entfernung der Insekten.

Physische Bekämpfung und Entfernung

Die Wanzen mit einem Beutelstaubsauger einsaugen. Den Beutel sofort entfernen und entsorgen. Bei dieser Variante sollte kein Staubsauger verwendet werden, der normal im Haushalt genutzt wird, da er nach dem Entfernen der Wanzen für einige Wochen oder sogar Monate faulig riechen wird.

Die Wanzen kann man zudem in einen Eimer mit Seifenwasser werfen. Hierzu einen 4-Liter-Eimer zu 25 Prozent mit Wasser füllen. Einen Teelöffel (5 ml) Spülmittel dazugeben. Die Wanzen mit Handschuhen in den Eimer befördern. Diese Methode ist vermutlich die am wenigsten stinkende, da die Wanzen schnell sterben.

In einer Wasserflasche sammeln

Die Baumwanzen können zudem in einer Flasche gesammelt werden. Diese danach gut verschließen und für längere Zeit in ein Gefrierfach ohne Lebensmittel legen. Nach dem Tod der Wanzen die Flasche entsorgen.

Bekämpfungsmittel aus dem Handel

Im Handel sind einige Mittel zur Bekämpfung von Insekten erhältlich. Allerdings gibt es keine, die speziell für den Gebrauch gegen Baumwanzen entwickelt wurden. Die chemischen Insektizide töten die Wanzen oft nicht schnell genug.

  • Dies führt dazu, dass sie ihren schlecht riechenden Geruch verbreiten können.
  • Diese Insektizide, die oft auch giftig sind, können zusätzlich auch Schaden an der eigenen Gesundheit hinterlassen, ganz besonders unter Verwendung in geschlossenen Räumen.
  • Unabhängig von den chemischen Bekämpfungsmitteln gibt es auch pflanzliche Mittel zur Entfernung von Wanzen.
  • Diese sind ebenfalls im Handel erhältlich und entfernen Ungeziefer zuverlässig und langanhaltend.

Zusätzlich ist es nicht nötig sich bei diesen Produkten Sorgen um seine eigene Gesundheit zu machen, da sie zu 100 Prozent aus pflanzlichen Stoffen bestehen.

Hausmittel gegen Baumwanzen

Neben den Mitteln die im Handel erhältlich sind, gibt es auch Alternativen, die in den meisten Haushalten zu finden sind. So kann man ebenfalls auf natürliche Weise das Haus wieder wanzenfrei bekommen. Zu den natürlichen Pestiziden gehören die folgenden Mittel gegen Bettwanzen.

Kieselgur verstreuen: Dieses kalkhaltige Pulver draußen und drinnen vor Eingängen verstreuen. Es löst die schützende Schicht des Außenskeletts der Insekten auf und sorgt so dafür, dass sie dehydrieren.

Knoblauchspray: In einer Sprühflasche 500 ml Wasser mit 4 Teelöffeln (20 ml) Knoblauchpulver mischen. Diese Lösung auf Orte sprühen, an denen die Wanzen sich häufig aufhalten. Der Geruch vertreibt sie.

Minzspray: In einer Sprühflasche 500 ml Wasser mit 10 Tropfen Minzöl mischen. Verwenden wie Knoblauchspray

Seifenwasser versprühen: 1 Liter heißes Wasser mit 180 ml Spülmittel mischen. Diese Lösung direkt auf die Wanzen oder auf Bereiche sprühen, an denen sie sich aufhalten. Wirkt wie Kieselgur.