Schildläuse bekämpfen

Schildläuse zählen zu den häufigsten Pflanzenschädlingen bei den Zimmerpflanzen, aber sie können auch verschiedene Pflanzen im Freien befallen. Sie saugen den Wirtspflanzen den Pflanzensaft mit wertvollen Nährstoffen aus, bis diese dann schließlich absterben. Schildläuse werden mitunter erst spät entdeckt, daher ist eine ständige Kontrolle der Pflanzen und dann gegebenenfalls eine Bekämpfung unbedingt notwendig.

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Blattläuse und Ameisen


Schildläuse erkennen

Die Schildläuse (Coccoida) gehören zur Familie der Pflanzenläuse (Sternorrhyncha). Von diesen Insekten gibt es weltweit über 3.000 Arten, davon leben 90 in Mitteleuropa. Am häufigsten werden dabei die Pflanzen von der Deckelschildlaus, Napfschildlaus, Schmierschildlaus und Wollläusen befallen.
Schildläuse sind an folgenden Merkmalen erkennbar:

  • Schildläuse weisen eine Größe bis 6 mm auf und sind mit dem bloßen Auge erkennbar.
  • Die Männchen sind geflügelt. Die Weibchen hingegen sind meist bewegungsunfähig.
  • Die Schädlinge bilden einen Schutzpanzer, dieser ist nicht abnehmbar.
  • Das feste Schild hat einen Durchmesser von etwa 2 mm und dient besagtem Schutz.
  • Das Schild besteht je nach Art aus Harz, Wachs oder spinnenseidenähnlichen Stoffen.
  • Die Farbe des Schildes ist braun oder rötlich, auch gelb oder schwarz ist möglich.

Meister der Tarnung

Die Schädlinge leben unter ihrem Panzer, leben dort von dem Zellsaft ihrer Wirtspflanzen und überwintern auch dort. Sie finden hier Schutz vor natürlichen Feinden, aber hier legen die Weibchen auch die Eier ab und es findet die Entwicklung der Larven statt. Unter ihrem Schild können Weibchen bis zu 250 Eier ablegen. Die Larven schlüpfen Anfang Juli und besiedeln dann Blätter und Triebe der Wirtspflanzen. Über den Sommer hinweg können zwei bis drei Generationen heranwachsen.

Die Männchen besitzen keine Mundwerkzeuge und sind dadurch für die Pflanzen auch keine Gefahr. Anders sieht es da schon bei den Weibchen aus. Sie besiedeln in Kolonien Pflanzenteile ihrer Wirtspflanze. Man findet sie dort in der Regel an der Blattunterseite , Trieben, Stängeln, Zweigen und auch in den Blattachseln der befallenen Pflanzen. Sie sitzen dort dicht an dicht. Da die ausgewachsenen Schildläuse ihren Standort nicht mehr verlassen, nehmen sie zur Tarnung die Farbe der befallenen Pflanzenteile an.

Durch ihre ausgeprägten Mundwerkzeuge saugen die Weibchen die Pflanzen wortwörtlich aus. Je nach Art können sie auch Gift in die entsprechenden Teile absondern. Dadurch wird die Pflanze an ihrer Entwicklung gehemmt. Bei einem Massenbefall können diese auch absterben.

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Schadbild durch Schildläuse

Der Befall durch Schildläuse kann sich mitunter erst spät bemerkbar machen, daher ist es auch wichtig die Pflanzen regelmäßig zu kontrollieren. Anzeichen für einen Befall können sich wie folgt äußern:

  • Abgeworfene Blätter
  • Braune oder grüne Höcker auf den Blättern
  • Knospen öffnen sich nicht und fallen ab
  • Verfärbte und verkrüppelte Blätter
  • Verkrustete Triebe
  • Weißer Belag auf der Pflanze
  • Wollartige Gespinste auf und unter den Blätter ist Hinweis auf das Vorhandensein von Wollläusen
  • Schwarze Vertiefungen auf den Blätter und Blüten weist auf Rußtaupilze hin

Ein weiteres Indiz für das Vorhandensein von Schildläusen ist das Auftreten von Honigtau. Der Pflanzensaft besteht hauptsächlich aus Wasser und zuckerhaltigen Bestandteilen. Den Überschuss, welchen die Läuse nicht verwerten können, schleudern sie einfach von sich weg. Dieses klebrige-klare Sekret ist als Honigtau bekannt. Darauf können sich dann auch noch weitere Schädlinge ansiedeln, beispielsweise der Rußtaupilz.

Weitere Hinweise für Schildläuse an Zimmerpflanzen

Daneben kann auch das Auftreten von Ameisen ein wichtiger Hinweis auf das Vorhandensein von Schildläusen geben. Diese ernähren sich vom Honigtau, gleichzeitig beschützen sie die Schildläuse und tragen ebenfalls zur Verbreitung der jungen Läuse bei.

Auch Wespen und Bienen nutzen den kohlenhydratreichen Honigtau. Die Wespen ernähren sich davon und die Bienen sammeln den Honigtau und stellen daraus den Waldhonig her, auch als Honigtauhonig bekannt. Gleichzeitig erfolgt dabei die Bestäubung der Wirtspflanze.

Befallene Pflanzen: Befallene Pflanzen sollten soweit es möglich ist, separat in helle aber kühlere Räume gestellt werden. Ebenfalls ist es wichtig die befallenen Pflanzenteile zu entfernen und im Hausmüll zu vernichten. Wenn es möglich ist, können befallene Pflanzen auch kopfüber mit warmen Wasser abgebraust werden. Es ist dabei normal, dass Pflanzenteile absterben, da diese durch das Aussagen durch die Schädlinge geschwächt sind. Mitunter kann dazu auch noch die Behandlung mit Bekämpfungsmitteln beitragen.


Ursachen für einen Befall

In der Regel sind Pflegefehler die häufigste Ursache für das Auftreten von Schildläusen. Dazu kann ein Wassermangel, aber auch Staunässe beitragen, ebenfalls der Mangel an Nährstoffen, eine zu geringe Luftfeuchtigkeit und ein zu dunkler Standort. Daneben ist aber auch Überdüngung, besonders mit stickstoffhaltigem Dünger wesentlich an der Ansiedlung dieser Schädlinge beteiligt.

Besonders gefährdete Pflanzen

Hauptsächlich findet die Verbreitung und Ansiedlung der kleinen Sauger im Winter und Frühjahr statt, bei trockenem und warmen Wetter. Besonders betroffen sind dabei bereits geschwächte Pflanzen.

Die Schildläuse befallen nicht nur Zimmerpflanzen wie Palmen, Orchideen, Ficus, Aralien, Zitruspflanzen, Sukkulenten, Gummibäume, Asparagus, Efeu, Fensterblatt und auch den Oleander im Winterquartier, sondern sie machen auch im Garten vor Gewächsen keinen halt. So sind hier Apfel, Kirsche, Birne, Pfirsich, Zwetschgen, Beerensträucher und auch Ziergehölze vor dem Befall nicht gefeit. Besonders gefährlich kann hier die San Jose Schildlaus (Comstockaspis perniciosa) werden.

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Befallene Pflanzen


Schildläuse bekämpfen: Verschiedene Maßnahmen

Wenn Pflanzen durch Schildläuse befallen sind, ist es besonders wichtig sofort zu reagieren, um die Pflanzen noch zu retten und einer weiteren Ausbreitung auf Nachbarpflanzen entgegen zu wirken. Es sollte dabei aber auch nicht vergessen werden, Ameisen und die sich gebildeten Rußtaupilze mitzubekämpfen. Dabei gibt es nun die unterschiedlichsten Methoden, den Saugern zu Leibe zu rücken: Meist erfolgt eine Einzelbehandlung. Natürliche Fressfeinde, Hausmittel und chemische Mittel können ebenfalls zum Einsatz kommen.

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Einzelbehandlung

Bei einem schwachen Befall einzelner Pflanzen, kann eine manuelle Einzelbehandlung durchaus gute Ergebnisse erzielen. Mitunter kann da schon das Abwischen mit einem feuchten Lappen oder einer kleinen Bürste (Zahnbürste) hilfreich sein, auch das Abduschen mit einem starken Wasserstrahl kann Wirkung zeigen.

  • Daneben besteht auch die Möglichkeit die Tierchen einzeln abzusammeln.
  • Als Hilfsmittel können hier eine Pinzette oder spitzes Messer Verwendung finden.
  • Allerdings muss hierbei recht vorsichtig vorgegangen werden.
  • Das Messer oder Pinzette sollte auf alle Fälle zwischendurch immer wieder gereinigt werden, entweder mit einem Küchentuch oder noch besser in etwas Alkohol eintauchen.

Mitunter kann es auch schon ausreichend sein, die Pflanzen der Sonne auszusetzen, natürlich nur unter der Voraussetzung, dass diese auch Sonne vertragen. Die Läuse mögen es nicht so sehr warm. Bei Garten- und auch Kübelpflanzen kann hier auch eine Abdeckung mit einem Vlies erfolgen, darunter kommt es dann zu einem Hitzestau. Bitte die Tiere nicht einfach abkratzen, denn dabei können sich ungewollt die jungen Larven über die Pflanze verteilen.

Daneben kann auch ein in Spiritus getränktes Wattestäbchen gute Dienste leisten.Damit wird der Panzer der Läuse betupft. Durch den Alkohol wird der Panzer zerstört und die Tiere sterben letztendlich ab. Beide Methoden sind etwas zeitaufwendig, aber effektiv. Wichtig ist auch das der Honigtau dann mit einer Seifenlösung entfernt wird.

Chemische Mittel

Wenn nichts mehr hilft, können nur noch chemische Mittel zum Einsatz kommen. Diese sind zwar effektiv, aber nicht gerade sehr umweltfreundlich. Neben Schädlingen werden auch nützliche Insekten vernichtet. Daher ist ein Einsatz nur im Notfall ratsam. Ein Einsatz bei Nutzpflanzen sollte nach Möglichkeit nicht erfolgen. Es gibt hier verschiedene Möglichkeiten, zum einen das Insektizidspray. Dieses muss direkt auf die betroffenen Pflanzenteile aufgetragen werden. Das Gift verteilt sich dann über die Pflanzensäfte. Hier gibt es auch spezielles Läusespray.

Weiterhin kann eine Bekämpfung über sogenannte Stäbchen erfolgen. Diese werden in die Erde gesteckt und geben dann ihr Gift ab. Dieses wird von den Wurzeln der Pflanzen aufgenommen und durch den Pflanzensaft in alle Pflanzenteile verteilt. Das Gift muss systemisch sein, Kontaktgifte sind hier nicht wirksam.

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Natürliche Fressfeinde der Schildläuse

Auch der Einsatz von natürlichen Fressfeinden kann sehr lohnenswert sein. Sehr gern werden hier neben der Schlupfwespe auch Florfliegen, Marienkäfer, Ohrwürmer, Gallmücken und Schwebfliegen verwendet. Diese verzehren die Schädlinge, bis keine mehr vorhanden sind. Allerdings ist es wichtig vor ihren Einsatz vorhandene Ameisen zu bekämpfen, da sonst auch diese Insekten nichts ausrichten können.

Diese Methode ist aber nicht unbedingt für Zimmerpflanzen geeignet. Diese Nützlinge brauchen im Garten eine Nist- und Wohngelegenheit. Es ist daher empfehlenswert ein „Insektenhotel“ aufzustellen.


Schildlausbefall vorbeugen

Natürlich ist eine Vorsorge immer besser als dann die Bekämpfung. Sehr oft können Schildläuse auch mit neu gekauften Pflanzen ins Haus gelangen, hier ist eine Kontrolle wichtig. Um nun einem großflächigen Befall vorzubeugen sollte einiges beachtet werden.

  • Für ausreichendes Licht sorgen, vor allem im Winter
  • Überwinterung bei nicht zu hohen Temperaturen
  • Eine ausgewogene Wasserversorgung notwendig
  • Keine zu niedrige Luftfeuchtigkeit
  • Gute nährstoffreiche, gelockerte Erde
  • Ausgewogene Düngung, nicht zu stickstoffhaltig
  • Ausreichende Frischluft

Gerade Zimmerpflanzen sollten regelmäßig mit Wasser besprüht werden. Für wechselhafte Temperaturen sollte man ebenfalls sorgen. Zudem ist eine regelmäßige Kontrolle auf einen Schädlingsbefall wichtig. Bei Obstbäumen hat sich ein großflächiger weißer Stammanstrich bewährt, da diese Region gerne von den Schädlingen heimgesucht werden.


Hausmittel gegen Schildläuse

Schon seit Jahrhunderten haben sich hier Hausmittel sehr bewährt. Hauptsächlich finden sebsthergestellte Spritzlösungen ihren Einsatz. Diese können dann mittels Spritze oder Sprühflasche auf die Pflanzen aufgetragen werden. Alternativ können bei kleineren Pflanzen auch ein Pinsel Verwendung finden. Die Hausmittel sollten immer so lange angewendet werden, bis keine Schildläuse mehr sichtbar sind.

Brennnesseljauche: Dazu werden 1 kg zerkleinerte Brennnesseln mit 10 l Wasser in einen Behälter mit Deckel gegeben und dort 3 Tage eingeweicht. Die Brühe muss dabei regelmäßig umgerührt werden. Wenn dann eine Schaumbildung erfolgt hat die Gärung begonnen. Für eine Spritzlösung werden dann 40 ml mit 10 l Wasser verdünnt. Bei einer zu geringen Verdünnung, können die Blätter der Pflanzen verbrennen. Der Sud hat einen sehr starken Geruch, um diesen zu mildern, kann etwas Gesteinsmehl dazugegeben werden. Aufgrund des Geruches sollte dieser Sud nicht für Zimmerpflanzen verwendet werden.

Kernseife-Gemisch: Dazu werden 15 ml flüssige Kernseife und 15 ml Brennspiritus mit einem Liter Wasser vermischt. Die ganze Lösung muss dann vor dem Gebrauch eine 30 Minuten ziehen.

Tabak-Sud: Dafür werden 200 g Tabak benötigt. Dieser wird dann in einem Liter heißem Wasser eingeweicht, das Gefäß verschlossen. Alles muss nun 60 Minuten ziehen, je länger, desto stärker wird die Mischung. Vorsicht! Nicht alle Pflanzen vertragen diese Mischung. Nebenbei muss auch dafür gesorgt werden, dass weder Kinder noch Haustiere damit in Berührung kommen. Ebenfalls einen Hautkontakt vermeiden.

Wermut-Sud: Hierbei werden 150 g kleingehackter Wermut mit 5 l kochendem Wasser vermischt. Alles muss dann 30 bis 60 Minuten ziehen. Anschließend wird es abgeseiht. Die Brühe kann unverdünnt ausgebracht werden.

Farnkrautextrakt: Dazu werden 10 g getrocknetes oder 100 g frisches Farnkraut benötigt. Dieses wird in ein Liter Wasser eingeweicht und muss 60 Minuten ziehen. Vor dem Verspritzen ist eine Verdünnung mit 10 l Wasser notwendig.

Daneben haben sich auch der Einsatz von Ölpräparaten wie Paraffin-, Raps- oder Teebaumöl bewährt. Der Ölfilm verklebt die Atemöffnungen der Tiere und diese ersticken. Vorsicht, dabei nicht die gesamten Blätter benetzen. Die Behandlung sollte mindestens über zwei Wochen erfolgen. Die Läuse müssen dabei zweimal täglich betupft werden.