Rattenfalle und Rattenköder

Ratten können nicht nur eine enorme Größe erreichen, sondern auch einen großen Schaden anrichten. Dabei können sich Ratten sowohl im Außenbereich als auch in Hausinneren ansiedeln. Da die Nager auch Krankheiten übertragen können, sollten sie schnell bekämpft und beseitigt werden. Neben den klassischen Fallen bietet der Handel auch sogenannte Rattenköder zur Bekämpfung an. Mit diesen Mitteln lässt sich die Rattenplage schnell und sicher bekämpfen.

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Welches Rattengift gegen Rattenbefall?


Rattenfallen

Neben Gift gehören Fallen zu den klassischen Mitteln bei der Rattenbekämpfung. Der Handel bietet unterschiedliche Modelle an, mit denen sich nicht nur einzelne Tiere, sondern auch ein hoher Tierbestand zuverlässig beseitigen lassen. Neben den Schlagfallen gibt es auch Lebendfallen für Ratten und elektrische Rattenfallen. Auch die Köderbox ist im Kampf gegen Ratten bekannt. Die Box ist aber keine reine Falle, sondern dient nur als Köderstation. Sobald sich die Ratten an dem in der Box befindlichen Köder bedient haben, beginnt der im Köder enthaltene Giftstoff zu wirken und tötet die Ratten innerhalb weniger Tage.

Schlagfallen gegen Ratten

Schlagfallen gehören zu den Tötungsfallen, da Ratten in ihr nicht nur gefangen, sondern auch sofort getötet werden. Klassische Schlagfallen bestehen aus einer Holzplatte und einem Metallbügel, neuere Fallen werden aus stabilem Kunststoff und einem Schlagbügel gefertigt. Hygienisch betrachtet lassen sich Rattenfallen aus Kunststoff einfacher und gründlicher reinigen. Zudem haben diese Modelle den Vorteil, dass das tote Tier beim Entsorgen nicht angefasst werden muss.

  • Im Boden der Falle befindet sich eine bewegliche Holzklappe, hinter der ein Köder angebracht wird. Danach wird die Falle gespannt, indem der Metallbügel aufgestellt wird.
  • Danach muss die Falle gut platziert werden. Sobald die Ratte versucht an den Köder zu gelangen und diesen zu fressen, bewegt sich die kleine Holzplatte und löst den Mechanismus aus.
  • Der Metallbügel schlägt nach unten und bricht der Ratte das Genick.
  • Muss die Ratte aus dieser klassischen Schlagfalle befreit werden, muss zuerst der Metallbügel gelöst werden.
  • Leider kommt es dabei oft zu einem direkten Kontakt mit dem toten Tier. Da Ratten aber auch als Krankheitsüberträger bekannt sind, sollten beim Leeren der Falle immer Einweghandschuhe getragen werden.

Diese können anschließend einfach weggeworfen werden. Neue Fallen haben eine Art Klammer, die sich ähnlich wie bei einer Wäscheklammer, mit zwei Fingern aufdrücken lässt. In die offene Fläche wird der Köder gelegt. Sobald die Ratte den Köder nimmt und mit der Fläche in Kontakt kommt, schnappt die Klammer zu und tötet die Ratte. Das Tier kann einfach entsorgt werden, indem die Klammer wieder mit zwei Fingern geöffnet wird. Beide Modelle fangen und töten Ratten zuverlässig. Allerdings kann immer nur ein Tier nach dem anderen darin gefangen werden.


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Lebendfallen zur Rattenbekämpfung

Lebendfallen bestehen aus einem Drahtkasten, in dem die Ratte lebend gefangen wird. Das Innere der Falle wird im hinteren Bereich mit einem Lockstoff präpariert und anschließend wird die Klappe der Falle nach oben gespannt. Damit ist die Lebendfalle einsatzbereit und kann aufgestellt werden. Geht die Ratte in die Falle, um an den Futterköder zu gelangen, löst sie beim Betreten einen Mechanismus aus, wodurch sich die Klappe sofort schließt und der Ratte den Ausgang versperrt. Das Tier ist somit lebend in der Falle gefangen. Lebendfallen müssen daher regelmäßig, mindestens zweimal am Tag, kontrolliert werden.

Nachteil dieser Fallen ist, dass die gefangenen Ratten anschließend wieder ins Freie gebracht werden müssen. Damit die Tiere den Weg zurück nicht mehr finden können, müssen sie mindestens in einem Kilometer Entfernung ausgesetzt werden. Auch in der Lebendfalle kann nur eine Ratte nach der anderen gefangen werden, was bei einer echten Rattenplage ein Nachteil ist. Selbst wenn sich nach und nach mehrere Ratten am Tag fangen lassen, ist der Aufwand vergleichsweise hoch. Zudem besteht die Gefahr, dass die Ratten wieder zurückkehren und man zum Schluss im Prinzip nichts anderes tut, als immer wieder die gleichen Ratten zu fangen und anschließend auszusetzen.

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Wippbrettfallen

Wippbrettfallen gehören zu den Lebendfallen und töten die Ratten nicht nach dem Fangen. Sie werden am Ende der Falle mit einem Köder versehen und locken Ratten schnell an. Sobald die Ratte die Falle betritt, und versucht an den Köder zu gelangen, verändert sich der Schwerpunkt der Falle, wodurch sich diese verlagert und der Einstiegsdeckel zuklappt. Damit sitzt die Ratte in der geschlossenen Falle und kann nicht mehr entkommen. Wippfallen gibt es in verschiedenen Größen und Ausführungen. Besonders gut werden Wippfallen in Rohrform von Ratten angenommen. Da die Tiere in der Wippbrettfalle nicht verenden, müssen sie jeden Tag kontrolliert und bei einem Fang auch umgehend geleert werden.


Elektrische Rattenfallen

Elektrische Rattenfallen versetzen dem Tier einen Stromschlag, sobald es an den Köder kommt und ins Falleninnere geht. Die Tiere werden innerhalb weniger Sekunden getötet. Elektrischen Fallen können via Netzteil oder mit Batterien betrieben werden. Der Handel bietet diese Modelle mit verschiedenen Funktionen und in mehreren Größen an. Je nach Modell lassen sich mit einem Batteriesatz bis zu 50 Ratten töten. Größere Fallen verfügen oft über einen Sammelbehälter, sodass sich tote Ratten einfach und hygienisch entsorgen lassen.

Zudem geben die Fallen ein Lichtsignal ab, sobald eine Ratte gefangen und getötet wurde. Andere Modelle bieten zusätzlich auch ein akustisches Signal. Auch wenn bis zu 50 Ratten getötet werden können, müssen die Köder regelmäßig nachgefüllt werden. Ratten können den menschlichen Geruch sehr gut wahrnehmen. Da sie diesen häufig meiden, sollte man die Falle beim Reinigen nur sparsam berühren oder Handschuhe dabei tragen, um möglichst wenig Fremdgeruch zu hinterlassen.

Mehr Informationen zur Rattenbekämpfung auf der Seite: Ratten bekämpfen

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Rattenköder gegen Ratten

Haben sich Ratten nicht nur im Haus, sondern auch in der umliegenden Nähe niedergelassen, kann man von einem hohen Befall ausgehen. Da sich Ratten schnell vermehren und das ganze Jahr über paarungsbereit sind, gehören Rattenköder und Rattengift (Rodentizid) zu den effektivsten Bekämpfungsmitteln. Giftmittel gibt es in unterschiedlichen Darreichungsformen. Erhältlich ist es als sogenannter Köder, als Granulat zum Streuen und als Pastenköder.

Wer Ratten im Freien bekämpfen muss, der darf das Gift nicht einfach so streuen, sondern muss dafür sorgen, dass frei lebende Tiere sich nicht daran vergiften können. Rattenköder werden im Freien am besten in Kombination mit Köderboxen verwendet. Diese sind rundherum geschlossen und verhindern, dass zum Beispiel Vögel oder Katzen mit dem Gift in Berührung kommen. Ist das nicht der Fall, können an andere Tiere an dem Gift sterben. Außerdem kann es auch zu Sekundärvergiftungen kommen, wenn ein anderes Tier ein vergiftetes Tier frisst.

Rattenköder zur Bekämpfung von Ratten

Rattenköder können nur dann wirken, wenn sie für die Ratten interessant sind. Daher werden Köder mit einem speziellen Lockstoff versetzt, der die Ratten anzieht. Das Gift wirkt entweder als Kontaktgift oder als Fraßgift. In der Regel handelt es sich aber um eine Mischung aus beiden Komponenten. So wird das Gift nicht nur über den Körperkontakt aufgenommen, sondern wirkt auch innerlich, nachdem die Ratten von dem Köder gefressen haben. Es kommen verschiedene Wirkstoffe zur Anwendung.

  • Am bekanntesten und sehr gut wirksam ist Bromadoilon. Dabei handelt es sich um einen Wirkstoff der zweiten Generation.
  • Mittel der zweiten Generation sind um einiges giftiger und wirken noch besser. Allerdings sind sie auch schwerer abbaubar.
  • Bromadoilon hat eine gerinnungshemmende Wirkung, welche dazu führt, dass die Ratten verbluten.
  • Das Gift wirkt aber nicht unmittelbar nach der Aufnahme, sondern zeitverzögert.
  • In der Regel verenden Ratten nach der Aufnahme zwischen dem zweiten und fünften Tag.

Diese zeitverzögerte Wirkung ist gerade bei der Rattenbekämpfung sehr wichtig. Ratten sind kluge Tiere, die immer erst einen Artgenossen zur Verkostung vorschicken. Würde dieser Artgenosse sofort nach dem Fressen des Köders sterben, würden die anderen Ratten sich nicht mehr anlocken lassen. Durch die zeitverzögerte Wirkung von Bromadoilon kommt es aber nicht zu diesem Effekt.

Flocoumafen ist ein weiterer Wirkstoff, der in Rattenködern als Giftstoff verwendet wird. Es gehört ebenfalls zu den sogenannten Rodentiziden und verhindert die Blutgerinnung. Auch dieses Mittel wirkt nicht sofort, wodurch sich auch alle anderen Ratten noch an dem Köder bedienen und das Gift aufnehmen. Die ersten verendeten Tiere sind zwischen dem dritten und siebten Tag nach der Aufnahme zu sehen. Flocoumafen wirkt als Kontakt- und Fraßgift. Es wird zum einen über den Kontakt mit dem Körper und zum anderen durch das Fressen oral aufgenommen. Auch beim Einatmen kann der Stoff aufgenommen werden. Beim Verteilen und Auslegen der Köder sollte der direkte Kontakt mit dem Mittel vermieden werden.

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Ratte im Haus


Köderboxen für Rattenköder

Rattenköder sollten nicht einfach so gestreut oder ausgelegt werden. Die Gefahr, dass andere Personen, Haustiere oder frei lebende Tiere damit in Kontakt kommen können, ist zu hoch. Im Freien dürfen Rattenköder immer nur in Boxen verwendet werden. Der Handel bietet einfache Köderboxen für wenig Geld an. Diese unterschieden sich eigentlich nur in Form und Größe, denn die Funktion ist bei allen Köderboxen gleich. Im Handel sind jedoch komplett bestückte Köderboxen erhältlich. Diese lassen sich in der Regel nicht nachfüllen und werden weggeworfen, sobald der Köder leer ist. Da die meisten Einmal-Köderboxen nicht aus Kunststoff, sondern aus Pappe hergestellt werden, eignen sie sich vorzugsweise für den Bereich in Innenräumen.

Köderboxen bestehen aus einer mehr oder weniger großen Kunststoffbox, die mit einem Deckel versehen ist. Sobald der Deckel geöffnet wird, gelangt man an die Stelle der Falle, wo die Köder platziert werden. Sind diese eingebracht, wird der Deckel der Falle wieder gut geschlossen. Einen zusätzlichen Schutz vor unbefugtem Zugriff bieten Köderboxen mit einem integrierten Schloss. Seitlich der Box befindet sich ein kleines Loch, durch das die Ratte an den Köder gelangen kann. Dieses Loch ist so klein, dass andere Tiere nicht an den Köder gelangen können.

Die Fallen können mit Granulat, Köderbrocken oder Pastenködern bestückt werden. Es ist wichtig, regelmäßig zu kontrollieren, ob sich noch ausreichend Ködermaterial in der Falle befindet und ob schon tote Ratten in den Bereichen liegen. Diese sollten umgehend entsorgt werden. Ist kein Köder mehr in der Falle, wird einfach ein neues Köderstück eingelegt.

Falls die Köder immer länger reichen, gleichzeitig auch immer weniger tote Ratten zu finden sind, wird sich der Bestand schon verringert haben. Auch wenn über mehrere Tage keine Ratte mehr in die Falle geht und der Köder so gut wie nicht mehr angerührt wird, sollten die Köderboxen noch mindestens zwei weitere Wochen stehen bleiben.

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Köderboxen richtig aufstellen

Nicht immer lässt sich das Nest der Ratten ausfindig machen. Ist kein Anhaltspunkt vorhanden, sollten im Keller, auf dem Dachboden und in Zwischenwänden Rattenfallen aufgestellt werden. Lässt sich in einigen Räumen eine deutliche Menge Rattenkot entdecken, dann sind die Fallen vorzugsweise an diesem Ort zu platzieren. In der Regel reicht eine Falle aber nicht aus, da im Höchstfall zwei Köder in eine Box passen. Mehrere Fallen, im Abstand von zwei bis drei Metern, werden an der Wand entlang und an den bekannten Stellen platziert. Dadurch steigt die Erfolgsquote und es können so viele Ratten wie möglich in kürzester Zeit vernichtet werden.

Haben sich Ratten im Keller breitgemacht, sollten auch schwer zugängliche Stellen mit einer Falle bestückt werden. Oft nutzen Ratten auch leere Kisten oder alte Kartons, welche man ebenfalls mit etwas Rattengift bestücken kann. An gut sichtbaren und freien Stellen gehen in der Regel weniger Tiere in die Falle. Es lohnt sich als, auch in die versteckten Winkel zu gucken und möglichst geschützte Stellen zu finden, an denen sich die Ratten ihren Köder ganz ungestört schmecken lassen können.

Köder und Rattengift richtig anwenden

Neben dem richtigen Platzieren der Fallen ist auch der richtige Umgang mit den Rattenködern wichtig. Da viele Mittel nicht nur als Fraßgift, sondern auch als Kontaktgift wirken, können sie vom Menschen über die Haut aufgenommen, oder beim Einatmen inhaliert werden. Besonders gefährdet sind Kinder und Haustiere, sodass diesen die Rattenköder unzugänglich gemacht werden müssen.

Der Schutz beginnt schon beim Auspacken der Mittel, wobei am besten eine Atemschutzmaske und Handschuhe getragen werden sollten. So wird der Hautkontakt unterbunden und auch das Inhalieren der Wirkstoffe ist durch die Atemschutzmaske nicht mehr möglich. Diese Vorsichtsmaßnahmen sollten auch beim Entsorgen toter Ratten getroffen werden. Dabei sollen verendete Tiere nicht einfach in den Hausmüll geworfen werden. Es ist ratsam, die tote Ratte erst mit etwas Küchenpapier zu packen, das Tier mehrfach darin einzuwickeln und es schließlich in einer Tüte verpackt über den Restmüll zu entsorgen.

Rattenköder müssen zudem sicher aufbewahrt werden. Sie dürfen nicht in der Nähe von Lebensmitteln oder Getränken gelagert werden. Am besten werden die Köder in verschließbare Dosen oder Eimer mit Deckel umgefüllt und in einer sicheren Höhe gelagert.

Rattenfalle selber bauen

Mit etwas Geschick kann eine Rattenfalle auch selber gebaut werden. Dafür benötigt man nicht einmal großes Werkzeug. Zu bedenken gilt jedoch, dass diese Falle nur für einzelne Ratten und einem geringen Befall erfolgsversprechend ist. Als Nachteil kann man zudem noch festhalten, dass man relativ nah an das Tier herantreten muss – beim Leeren der Falle ist besondere Vorsicht geboten. Folgendes wird für den Bau benötigt:

• Kochtopf oder anderes Gefäß
• Karton
• Essstäbchen
• Köder

Rattenfalle

Skizze der Rattenfalle

Wie in dem Bild aufgezeigt wird der Köder auf das Essstäbchen oder einen Stift gesteckt. Da sich der Köder gut aufspießen lassen muss eignet sich besonders ein Stück Brot, Speck oder Käse. Das Stäbchen wird gegen eine Wand gelehnt und der Köder zeigt nach unten – der Boden wurde zuvor mit Pappe ausgelegt. Das große Gefäß wird schräg darüber gestellt.

Zieht die Ratte an dem Köder, fällt der Topf zu und die Ratte ist mittels einer selbstgebauten Lebendfalle gefangen. Mit der Pappe kann die Ratte nach draußen transportiert werden. Sie sollte jedoch weit genug vom eigenen Haus entfernt abgesetzt werden.