Kugelkäfer bekämpfen

Über wen hier überhaupt die Rede ist, soll zunächst die biologische Systematik aufklären: Er gehört zum Stamm der Gliederfüßer (Arthropoda) und bei der Überklasse handelt es sich um die Sechsfüßer (Hexapoda). Die Klasse ist jene der Insekten (Insecta) und die darin befindliche Ordnung bezeichnet die Käfer (Coleoptera), wovon wir die Unterordnung der Myxophaga betrachten. Eine Familie davon sind die Kugelkäfer.

Er wird zudem auch als Buckelkäfer, wissenschaftlich Gibbium psylloides, bezeichnet. Das einzelne, fast kugelrunde Exemplar misst nur 1,9 bis 3,4 Millimeter in der Länge und seine glatte Oberfläche glänzt etwas bräunlich bis rot – es gibt jedoch diverse Unterarten wie den Ufer-Kugelkäfer. Er kommt nie allein. Wie aus dem Nichts tauchen die kleinen Käfer zu Hunderten oder gar Tausenden aus Bodenritzen oder Steckdosen auf. Allerdings handelt es sich um rein nachtaktive Tiere. Als populäre natürliche Gegenmaßnahme würde sich die Schlupfwespe eignen, aber wer will schon Wespen als Haustiere halten?

kugelkaefer

Kugelkäfer – Von Reitter (1845-1920): „Fauna Germanica“, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1081982


Wissenwertes über den Kugelkäfer

Sehr gute Lebensbedingungen finden sie in dunklen und feuchten Bereichen von Altbauten. Gerade in alten Lagerhallen oder Fachwerkhäusern gibt es Strohfüllungen und Hohlräume in Decken und Wänden sowie Holzbalkendecken, wo sie ihr geliebtes feuchtwarmes Milieu vorfinden. Solange der Altbau eher kühl und trocken ist, bleibt die Population dieses Käfers eher überschaubar und die Hausbewohner bekommen von seiner Existenz gar nichts mit. Aber mit jeder Veränderung kann sich jederzeit die Büchse der Pandora öffnen, denn durch eine Änderung ihres Ökosystems kann sich das Verhalten des Käfers enorm wandeln.

Nehmen wir zum Beispiel mal Renovierungs- oder Sanierungsarbeiten in einem Altbau, die unter anderem zum Ziel haben, Raumklima und Raumfeuchte zu „verbessern“. Genau dies nehmen die Kugelkäfer sehr gern zum Anlass einer Bevölkerungsexplosion. Auf der dann dringend erforderlichen Suche nach neuen Nahrungsquellen und Lebensräumen setzt die große Wanderung ein. Die Käfer quellen massenweise aus Ritzen, Wänden, Decken und auch aus Steckdosen hervor.


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Sind die kleinen Käfer für den Menschen gefährlich?

Nein, Kugelkäfer sind weder gefährlich noch greifen sie unsere Gesundheit an. Allerdings können sie gerade in so massenhaftem Auftreten bei vielen Menschen Ekel und Ängste auslösen. Als Allesfresser, und das betrifft genauso ihre Larven, bedienen sie sich wie Motten an Textilien und Einrichtungsgegenständen und richten auf diese Weise große Schäden an. Selbstverständlich machen sie sich auch über Lebensmittel und deren Behälter her, sodass überall Verunreinigungen durch deren Kot, Puppenhüllen oder Larvenhäute zu beklagen sind.

Aus diesen Gründen wird der Kugelkäfer formal in die Kategorien Hygieneschädling und Materialschädling eingestuft mit der Folge, dass diese Tiere bekämpft werden dürfen. Das Auftreten der Käfer bewirkt bei empfindlichen Menschen Stress bis hin zu einer psychischen Belastung. Daher ist zu empfehlen, schon bei seinem ersten Erscheinen den Rat des Fachmanns einzuholen und nicht zu warten, bis diese Tiere in Schaaren aus allen Ritzen drängen.

 

Bild eines Kugelkäfers


Bekämpfung des Kugelkäfers

Als Mieter einer Wohnung informieren Sie zunächst den Vermieter beziehungsweise die Hausverwaltung über den Schädlingsbefall, denn dort liegt die Verantwortlichkeit für Gegenmaßnahmen. Im nächsten Schritt wird in aller Regel der sogenannte „Kammerjäger“ zurate gezogen und gegebenenfalls mit der Bekämpfung beauftragt. Einrichtungsgegenstände, die dabei Schaden nehmen könnten, werden an einen sicheren Ort verbracht und bereits befallene Lebensmittel müssen sofort entsorgt werden.

Befallene Gegenstände reinigen

Alle Schränke und andere Behälter, die von Kugelkäfern besiedelt waren, werden sehr gründlich gereinigt. Bei sehr starkem Befall wird der Kammerjäger Mittel einsetzen müssen, die es gebieten, die Wohnung oder das Haus vorübergehend zu verlassen, denn die Bekämpfung der Buckelkäfer ist sogar für erfahrene Schädlingsbekämpfer eine echte Herausforderung.

  • Das liegt daran, dass sich die Brutstätten der Tiere meistens in sehr schwer zugänglichen Hohlräumen unter den Fußböden, in den Wänden oder auf dem Dachboden befinden, was auch einer eingehenden Analyse des Bauwerks bedarf.
  • Deshalb ist der Mieter oder Eigentümer meistens hoffnungslos damit überfordert, wenn er versucht, den Käfer in Eigenregie zum Verlassen des Hauses zu „bitten“.

Entwicklungsort der Kugelkäfer bekämpfen

Die Bekämpfung hat nur dann Erfolg, wenn der Entwicklungsort der Kugelkäfer als Quelle allen Übels gefunden und behandelt wird. Die direkte Bekämpfung der Larven und Käfer wird mit verschiedenen Kontaktinsektiziden vorgenommen. Deren Spektrum ist heute groß und es gibt durchaus Insektizide auf pflanzlicher oder biologischer Basis.

Insektizide gegen Kugelkäfer

Diese sind für unsere Haustiere und für den Menschen recht ungefährlich, da sie die Käfer lediglich austrocknen lassen oder sie blockieren deren Nervensystem. Wenn die Käfer aus Lagerhallen oder Silos entfernt werden sollen, wird oftmals die Methode der Begasung eingesetzt. Diese funktioniert erfahrungsgemäß gut, erfordert jedoch etwas Kenntnis der Materie.

Schlupfwespen zur Bekämpfung

Aber viele Experten sind nach wie vor von der perfiden Methode der Schlupfwespe begeistert. Sie parasitiert die Larven des Schädlings und verhindert damit effizient seine Vermehrung.


Vorbeugung gegen erneuten Befall

Es verhält sich wie bei einer Erkrankung des Menschen. Nur die Symptome zu bekämpfen, ist keine dauerhafte Lösung und setzt nur unangenehme Nebenwirkungen frei. Gesund ist der Mensch erst dann, wenn die Ursache der Erkrankung erkannt und ausgeschaltet wird (diese Worte in der Ärzte Ohren). Beim Kugelkäfer muss also die Befallsursache gefunden und beseitigt werden. Mit einem Hygrometer wird lokal die Feuchtigkeit gemessen, um jene Stellen zu identifizieren, wo sich Kugelkäfer mit höherer Wahrscheinlichkeit ansiedeln. Das ganze Haus muss (wieder) auf ein kühles, trockenes Raumklima umgestellt werden.