Ungeziefer im Haus und Garten

Wenn es um Ungeziefer im Haus oder in der Wohnung geht, stellen sich bei vielen Bewohnern bereits mit dem Gedanken daran die Haare auf. Die kleinen Tierchen oder größeren Nager halten sich in der näheren Umgebung des Menschen auf und sind dort unerwünscht.

Sie rufen in den meisten Menschen Ekel hervor: Kakerlaken, Spinnen, Ratten oder Silberfische. Das Ungeziefer in der Gestalt von Käfern oder Säugetieren hat im unmittelbaren Lebensraum des Menschen nichts zu suchen.


Nutztiere und Nutzinsekten

Neben den störenden Geräuschen, die oben genannte Lebewesen an den Tag legen können sie unter Umständen auch Krankheiten übertragen oder dem Menschen anderweitig Schaden zufügen. In die Aufstellung möglicherweise gefährlicher Schädlinge gehören sicherlich auch die Stechmücken.

Bei weitem ist jedoch nicht jedes Ungeziefer schädlich für den Menschen. Selbst dann nicht, wenn es zubeißt oder zusticht. Nicht alles, was kriecht ist Ungeziefer – Spinnen, Bienen und auch Marienkäfer gehören zu den klassischen Nutzinsekten – mit ihren Vor- und Nachteilen. In der Natur sind diese Tiere für die menschliche Umgebung sogar von Nutzen. Nicht immer muss Getier, welches im ersten Moment als Ungeziefer eingestuft wird deshalb aus eigener Hand oder durch den Kammerjäger gleich bekämpft und getötet werden.

Spinnen: Aufgrund des Aussehens sind die Arachniden (Spinnentiere) bei den meisten Menschen äußerst unbeliebt. Sie rufen häufig Ekel hervor. Tatsächlich muss man diese jedoch nicht gleich töten, wenn sie sich im Haus oder dem eigenen Garten herumtreiben. Im Ökosystem sind die Insekten nicht wegzudenken. Sie fressen Blattläuse, Fliegen (Mücken), Motten und andere Schädlinge.

Im Ackerbau sollen die Achtbeiner Schaderreger vernichten. Den Menschen lassen sie normalerweise in Ruhe. Dafür hinterlassen sie die unbeliebten Spinnennetze.

Bienen: Unbestreitbar gehören Bienen zu den wertvollsten und gleichzeitig am meisten bedrohten Arten unserer Erde. Ein gravierender Unterschied zwischen der Biene und der Wespe: Die Wespe kann mehrfach zustechen, denn im Gegensatz zur Biene kann sie den Giftstachel nach dem Stechen wieder herausziehen.

Vor allem in der Volkswirtschaft ist die Honigbiene unentbehrlich. Sie liefert nicht nur Honig, sondern auch etwa 71 der 100 Pflanzenarten, die mehr als 90 Prozent der menschlichen Ernährung sicherstellen werden von den Bienen bestäubt. In Europa wird ein Großteil der Gemüsearten und Getreidearten dazu gezählt.

Marienkäfer gehören zu den klassischen Nutzinsekten – mit ihren Vor- und Nachteilen

Marienkäfer gehören zu den klassischen Nutzinsekten – mit ihren Vor- und Nachteilen

Marienkäfer: Der Marienkäfer gehört zu den rein äußerlich ansehnlichen Insekten. Er zeichnet sich durch seine halbkugelige Form und seinen roten Flügeln mit schwarzen Punkten aus. Besonders nützlich macht ihn seine Angewohnheit Blattläuse zu verputzen.

Die für den Garten schädlichen Tierchen haben einen festen Platz in deren Ernährungsplan. Auch tragen die Marienkäfer ihrerseits zu einem intakten Ökosystem bei. Durch deren Anwesenheit ist zum Beispiel gewährleistet, dass sich die Schädlinge nicht unkontrolliert vermehren.


Schädlinge oder Lästlinge in der Wohnung

Unterschieden wird gemeinhin zwischen Lästlingen und Schädlingen. So gibt es die Materialschädlinge, die Vorratsschädlinge und die Gesundheits- beziehungsweise Hygieneschädlinge. Durch Bisse oder Stiche verursachen die Schädlinge Schäden beim Menschen oder Tier. Weiters können sie Krankheiten auf Lebewesen übertragen. Einige Arten wie die Milben können auch Allergien hervorrufen. Sie können zudem Lebensmittel verunreinigen oder wegfressen.

Lästlinge hingegen haben keine direkte schädliche Wirkung. Oftmals sind sie sogar wichtig für das natürliche Ökosystem. Trotzdem sind sie beim Menschen unbeliebt und werden als unangenehm angesehen. So zum Beispiel Asseln, Wespen, Ameisen oder Tauben. Manche Lästlinge wie die Wespen und Bienen können auch durch ihren Stachel Schmerzen auslösen oder Gifte injizieren.

  • Hygieneschädlinge und Gesundheitsschädlinge können Krankheiten auf Menschen und Tiere übertragen. Hier ist besonders die Ratte zu nennen. Mehr Informationen zum Thema: Ratten bekämpfen
  • Vorratsschädlinge gehören zu den Arten, die Vorräte des Menschen angehen und diese fressen oder sie beschmutzen. Ein bekannter Vertreter dieser Art ist die Kakerlake. Mehr Informationen zum Thema: Kakerlake bekämpfen
  • Materialschädlinge haben es auf Materialien wie Holz (siehe Holzwurm), Textilien, Papier und Co abgesehen. Die Textilmotte ist ein bekannter Ableger dieser Art. Löcher in Textilien und Teppiche sind ein typisches Anzeichen für Mottenbefall. Mehr Informationen zum Thema: Motten bekämpfen

Ungeziefer in Haus und Garten bekämpfen

Ein Ziergarten wird oft zur Last, wenn Ungeziefer unterirdisch graben und das gepflegte Erscheinungsbild des Rasens mit Hügeln zerstören. Die Hügel lediglich einzuebnen und mit neuen Samen zu versehen führt nicht zum gewünschten Erfolg, wenn am nächsten Tage bereits neue Erdaufwürfe in Erscheinung treten.

Schäden eines Borkenkäfer

Schäden eines Borkenkäfer

Im Haus gehören besonders Ameisen, Borkenkäfer, Fruchtfliegen, Motten, Stechmücken und Spinnen zu den nervenden Schädlingen mit denen man sich herumschlagen muss. Manche Tiere werden auch durch Licht noch angezogen. Durch den Bau oder Kauf einfacher Fallen kann man derartiges Ungeziefer einfach in den Griff kriegen. Auch Nagetiere wie Ratten oder Mäuse gehören zu den häufigsten Schädlingen in der Wohnung. Folgende Tipps helfen bei der Schädlingsbekämpfung.

  • Es gilt eine rasche Vermehrung der Ungeziefer im Haus einzudämmen und deren Nahrungsquellen zu beseitigen. Schnelle Bekämpfung ist äußerst wichtig.
  • Bei einem entdeckten Säugetier ist Obacht angesagt. Sofortige Bekämpfungsmaßnahmen sind einzuleiten.
  • Eine gute Mausefalle (Lebendfalle) oder Rattengift sind effektive Methoden gegen unliebsame Nagetiere im Haus.
  • Bei Ameisen oder Spinnen genügt es im Regelfall das Einzeltier zu töten und sicherzustellen, dass nicht weitere Tiere derselben Art in die Wohnung gelangen.
  • Ein Insektennetz eignet sich gut dazu zu verhindern, dass Insekten erst in die Wohnung gelangen.

Um Motten und Stechmücken nicht anzuziehen sollte man nachts das Licht nicht angeschaltet lassen. Kleine Säugetiere, die im Garten graben müssen oftmals getötet werden, um sie erfolgreich zu vertreiben. Viele der unliebsamen Gartenbewohner haben sehr sensible Nasen und werden durch den Duft des Menschen abgeschreckt. Um keine Flöhe ins Haus zu bekommen sollte das Haustier stets ein Flohhalsband tragen.


Ungeziefer im Bett

Zu den klassischen Schädlingen im Bett gehören Bettwanzen, Milben und Ameisen. Bettwanzen können durch Stiche Entzündungen verursachen und die Nachtruhe stark eingrenzen. Am Tag halten sie sich bedeckt, nachts erwachen sie zum Leben. Bei Wanzenstichen sollte man sofort einen Fachmann zu Rat ziehen oder effektive Bekämpfungsmittel nutzen.

Mit einem Fraßköder kann die Wanze nicht bekämpft werden. Heißluft über 55 Grad und Insektengift gelten als effektive Gegenmaßnahmen.

Hier geht es weiter zum Thema: Bettwanzen bekämpfen

Auch Milben und Ameisen sind alles andere als im Bett willkommen. Milben können als Ungeziefer eine Milbenallergie hervorrufen. Milben ernähren sich von menschlichen Hautschuppen. Bei Milbenbefall gilt es vorrangig den Staubsauger einzusetzen.

Hier geht es weiter zum Thema: Milben im Bett bekämpfen

Auch gibt es spezielle Bettbezüge und Ultraschallgeräte. Bei Ameisenbefall muss das Nest der Krabbeltiere zerstört werden. Ameisen sind nicht nur im Bett, sondern ebenfalls besonders an warmen Tagen in der Küche ein Problem.

Hier geht es weiter zum Thema: Ameisen vertreiben


Schädlingsbekämpfung durch Kammerjäger

Kommt man selbst nicht gegen die Schädlinge an, so muss ein Kammerjäger als Fachmann her. Hier muss man teilweise mit erheblichen Kosten rechnen. Im ersten Schritt epfiehlt sich deshalb immer das Bekämpfen mit Hausmitteln oder effektiven Präparaten aus dem Fachhandel. Der Deutsche Schädlingsbekämpfungs-Verband e.V liefert die nötigen Informationen für Adressen von Schädlingsbekämpfern in unmittelbarer Nähe.

Diese Kammerjäger sind in der Regel geprüft und ausreichend qualifiziert. Es sollten immer nur geprüfte Kammerjäger herangezogen werden, da der Geschädigte ansonsten auf dem Schaden sitzen bleibt.

Gute Kammerjäger machen einen detailreichen Kostenvoranschlag und bieten eine umfassende Beratung an. Auch werden Hinweise gegeben, wie der Schädlingsbefall für die Zukunft gemieden werden kann. Eine zielgerichtete Bekämpfung ist sehr wichtig, um nicht das komplette Zimmer oder die gesamte Wohnung mit giftigem Spray behandeln zu müssen. Wissen sollte man bei einem Termin mit dem Kammerjäger:

  • Was ist das Ziel?
  • Mit welchen Mitteln soll das Ziel erreicht werden?
  • Welches Ungeziefer wird bekämpft?
  • In welchen Räumen kommt das Mittel zum Einsatz?
  • Sind die eigesetzten Stoffe gefährlich?
  • Was kostet die Bekämpfung?
  • Besteht eine Meldepflicht für den Befall?
  • Welche Vorsichtsmaßnahmen sind wichtig?

Ungeziefer vorbeugen

Bei Schädlingen in der Mietwohnung kann man übrigens auch eine Mietminderung wegen Ungeziefer verlangen. Ein Insektengitter ist eine effektive und kostengünstige Anschaffung, um Ungeziefer im Haus zu vermeiden. Spinnen, Ameisen und Fliegen kommen so erst garnicht durch’s offene Fenster hinein. Besonders in Waldgegenden ist man mit einem offenen Fenster schutzlos ausgeliefert. Es gibt Modelle, die sich teils sehr schnell, einfach und ohne Werkzeug montieren lassen.

Auch sollte man nicht zu viele Vorräte kaufen und lagern. Frisch gekaufte Salate oder Haferflocken könnten unter Umständen Schädlinge mitbringen. Hier gilt es von Beginn an diese Lebensmittel zu kontrollieren. Auch sollten Vorräte stets dicht verschlossen werden. Sind Lebensmittel einmal abgelaufen empfiehlt es sich diese sofort zu entsorgen.

Mögliche Verstecke und Einlässe für Schädlinge in der Wohnung sollten mittels Silikon oder Acryl stets abgedichtet werden. Der Fressnapf des Haustieres sollte übrigens ebenfalls immer sauber gehalten werden, denn einige Schädlinge lieben Reste von Tiernahrung. Um Mottenbefall zu vermeiden sollten schlussendlich noch lange nicht mehr getragene Wolltextilien gewaschen werden, um potentielle Motteneier zu entfernen.